Dienstag, 07.07.2020
29.01.2016
   
Schwacke
 

Mit einer zeitlichen Verzögerung hat der Schweizer Gebrauchtwagenmarkt zu einem moderaten Wachstum zurückgefunden.

Neue Höchstmarke in der Schweiz

Mit einer zeitlichen Verzögerung hat sich der Schweizer Gebrauchtwagenmarkt von der historischen Preiserosion bei Neuwagen erholt und zu einem moderaten Wachstum zurückgefunden. Laut der aktuellen Schwacke Marktnotizen wechselten 2015 insgesamt 859.500 Fahrzeuge den Besitzer, das waren 2,4 Prozent mehr als im Vorjahr und eine neue Höchstmarke. Dies habe unter anderem damit zu tun, dass die Preissenkungen bei Neuwagen auch die Preise bei Gebrauchtwagen nach unten drückten, so die Marktbeobachter. In der Konsequenz musste der Handel erneut große Wertberichtigungen vornehmen.

Vor allem deutsche Marken standen besonders hoch in der Gunst der Gebrauchtwagenkäufer: Mercedes-Benz (plus 8,6 Prozent), BMW (plus 6,7 Prozent), Audi (plus 6,3 Prozent) und Volkswagen (plus 3,7 Prozent) konnten sich besser als der Gesamtmarkt entwickeln. Alle übrigen Vertreter der Top-10-Rangliste weisen negative Wachstumsraten auf. Angeführt von Opel (minus 3,2 Prozent) litten die Marken von Renault (minus 2,8 Prozent), Peugeot (minus 2,1 Prozent), Ford (minus 1,9%), Fiat (minus 1,9 Prozent) und Toyota (minus 0,4 Prozent) unter zu attraktiven Neuwagen oder einem ausgedünnten Angebot.

Für 2016 rechnen die Marktanalysten von Eurotax Schweiz mit einem moderaten Wachstum des Gebrauchtwagenmarktes zwischen einem und zwei Prozent bzw. mit 870.000 bis 880.000 Besitzumschreibungen. "Konjunkturelle Abkühlung und steigendes Zinsniveau schlagen bekanntlich zuerst auf den Neuwagenmarkt durch", sagte Managing Director Heiko Haasler. "Zudem wird sich die im letzten Quartal anziehende Dynamik bei Gebrauchtwagen aufgrund der wieder etwas stärkeren Fokussierung vieler Händler auf den Occasionsmarkt weiter akzentuieren. Das anhaltende Bevölkerungswachstum unterstützt diesen Trend."

Standzeiten leicht gestiegen

Da das Nachfragewachstum bei Gebrauchtwagen im zurückliegenden Jahr deutlich geringer ausfiel als im Neuwagenmarkt, stiegen die Standzeiten im Vorjahresvergleich um einen Tag auf neu durchschnittlich 95 Tage (plus 1,1 Prozent). Schneller verkauften sich einzig SUVs und Geländewagen (88 Tage, plus 4,8 Prozent), Kleinwagen (90 Tage, 0,0 Prozent), Fahrzeuge der Mittelklasse (94 Tage; minus 2,1 Prozent), der Unteren Mittelklasse (94 Tage; plus 3,3 Prozent) sowie Kompakt- und Minivans (94 Tage; minus 2,1 Prozent). Deutlich länger warteten Autos der Microklasse (99 Tage; 0,0 Prozent), der Oberen Mittelklasse (104 Tage; plus 1,0 Prozent), Coupés (115 Tage; plus 0,9 Prozent), Cabriolets und Roadster (119 Tage, plus 2,6 Prozent) sowie Fahrzeuge der Luxusklasse (125 Tage, plus 5,0 Prozent) auf einen neuen Besitzer.

Zum Vergleich: Die rasche Gewährung von Eurorabatten, Listenpreissenkungen sowie äußerst attraktive Finanzierungsbedingungen führten in der Schweiz sowie im Fürstentum Liechtenstein zu einem regelrechten Nachfrageboom für Neuwagen: 323.783 Neuzulassungen (plus 7,2 Prozent) markieren das zweitbeste Ergebnis seit der Jahrtausendwende. (se)


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