Dienstag, 07.07.2020
05.02.2015
   
Eurotax

Schweizer GW-Markt schrumpft 2014

Es hat sich bereits in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres abgezeichnet: 2014 war die Zahl der Halterwechsel in der Schweiz zum ersten Mal seit 2008 rückläufig. 839.212 Besitzumschreibungen bedeuten einen Rückgang um 1,5 Prozent. Die Zahl der umgeschriebenen Fahrzeuge ist damit rund 2,8 Mal grösser als im etwas stärker rückläufigen Neuwagenmarkt. Der Marktanteil deutscher Marken (inklusive Smart, Mini und Ford) im GW-Geschäft stieg 2014 auf 45,3 Prozent (2013: 44,9 Prozent).

Die zunehmende Professionalisierung im Occasionshandel habe trotz wachsendem Fahrzeugbestand und rückläufigen Halterwechseln anhaltend sinkende Standzeiten zur Folge, so die Marktbeobachter von Eurotax. Im Durchschnitt betrugen diese per Ende 2014 noch 94 Tage (minus 5,1 Prozent). Stark gefragt waren nicht nur gebrauchte SUV und Geländewagen (84 Tage, minus 4,6 Prozent), sondern auch Kleinwagen (90 Tage, minus 3,2 Prozent) sowie Fahrzeuge der Unteren Mittelklasse (91 Tage; minus 5,2 Prozent).

Eine Arbeitswoche länger warteten Kompakt- und Minivans (96 Tage; minus 6,8 Prozent) sowie Fahrzeuge der Mittelklasse (96 Tage; minus 5,0 Prozent) auf einen neuen Besitzer. Länger standen nur Fahrzeuge der Microklasse (99 Tage; minus 2,0 Prozent), Gebrauchtwagen der Oberen Mittelklasse (103 Tage, minus 4,6 Prozent), Coupés (114 Tage, minus 3,4 Prozent), Cabriolets und Roadster (117 Tage, minus 4,1 Prozent) sowie Fahrzeuge der Luxusklasse (119 Tage, minus 5,6 Prozent) bei GW-Händlern auf dem Hof oder im Internet.

Occasionsmarkt verlagert sich ins Internet

"In einem stagnierenden oder leicht rückläufigen Markt wird die zielgruppengerechte Marktbearbeitung zum entscheidenden Erfolgsfaktor", sagte Heiko Haasler, Geschäftsführer von Eurotax Schweiz. Dank reichweitenstarken Internet-Marktplätzen könnten heute auch kleine Händler überregional tätig sein. Haasler: "Für den Occasionshandel ist es deshalb von zentraler Bedeutung, im Internet präsent zu sein, die Preise der eigenen Gebrauchtwagen fortlaufend aktiv zu managen und mit dem konkurrierenden Online-Angebot abzugleichen, so wie dies auch potenzielle Käufer tun."

Preisanpassungen als Herausforderung für 2015

Als Herausforderung für 2015 sieht Eurotax die kürzlich erfolgte Aufhebung des Euro-Mindestkurses und die dadurch verursachte Abwertung des Euro zum Schweizer Franken (CHF). "Hält diese Wechselkurssituation an, so wird das auch Auswirkungen auf die Fahrzeugbranche und die realisierbaren Neuwagenpreise – und als Folge - die Occasionspreise auf dem Schweizer Markt haben."

Die Experten schätzen, dass die Importeure schneller mit Preislistenanpassungen reagieren werden, und nicht über höhere Discounts, welche wieder eine gefährliche Eigendynamik auslösen würden. Daher wäre eine erste Runde der Preisreduktion bei Neuwagen am Salon Genf nicht überraschend.

Eurotax erwartet zudem in nächster Zeit einen Preisdruck vor allem auf junge Gebrauchte der unterproportional zum Wertverfall des Euros steht. Da Eurotax die Restwerte anhand der Beobachtung des aktuellen Marktgeschehens regelmäßig neu ermittelt, ist aufgrund dieser Marktentwicklung von entsprechenden Anpassungen bei den Restwerten auszugehen. (se)


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