Montag, 06.07.2020
18.10.2016
   
Eurotax
 

Der Gebrauchtwagenmarkt in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein hat sein drittes Verkaufsquartal leicht negativ beendet.

Abkühlung auf dem Schweizer GW-Markt

Der Gebrauchtwagenmarkt in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein hat sein drittes Verkaufsquartal leicht negativ beendet (minus 0,9 Prozent). Dank guter Vorgaben im ersten Halbjahr resultierte in der Neun-Monatsstatistik trotzdem ein Plus von 2,1 Prozent. Das zeigt eine aktuelle Die Marktanalysten von Eurotax Schweiz. Insgesamt wechselten 652.062 Fahrzeuge den Besitzer (plus 13.633). Bis Ende des Jahres rechnet Eurotax – bei anhaltend hohen Standzeiten – mit einer weiteren leichten Abkühlung auf total 875.000 Besitzumschreibungen (plus 1,5 Prozent).

Wie im Neuwagensegment wurden auch bei den Top-10-Marken der Gebrauchtwagen Mercedes-Benz (plus 5,9 Prozent) und BMW (plus 4,8 Prozent) im September stärker nachgefragt als ein Jahr zuvor. Gebrauchte von Ford (plus 4,0 Prozent), Peugeot (plus 3,3 Prozent), Renault (plus 1,1 Prozent), Fiat (plus 0,3 Prozent) und VW (plus 0,2 Prozent) ließen sich ebenfalls gut verkaufen. Leicht negativ entwickelten sich hingegen Toyota (minus 1,7 Prozent), Audi (minus 1,5 Prozent) und Opel (minus 1,3 Prozent).

Konträr zum Rückgang der Fahrzeug-Neuzulassungen aus dem Volkswagen-Konzern entwickelten sich deren GW-Verkäufe: Mit 0,8 Prozent Zuwachs liegen diese zwar auch unter der Wachstumsrate des gesamten Gebrauchtwagenmarktes. "Von dem wiederholt kolportierten Verkaufseinbruch kann zumindest bei Gebrauchtwagen des VW-Konzerns – trotz Diesel-Affäre – jedoch keine Rede sein", sagte Eric Sagarra, Country Manager Eurotax Schweiz. "Wie unsere Analysen zeigen, leiden die primär betroffenen VW-Fahrzeuge auch unter keinem Wertverfall. Der effektive Wertrückgang ist lediglich marginal grösser als bei vergleichbaren Fahrzeuge anderer Marken."

Anhaltend hohe sowie weiter steigende Standzeiten

Von Januar bis September stiegen die durchschnittlichen Standzeiten im Vorjahresvergleich um vier auf aktuell 99 Tage (plus 4,2 Prozent). Mit Abstand am schnellsten zu verkaufen sind nach wie vor SUV und Geländewagen (91 Tage, plus 4,6 Prozent), gefolgt von Kleinwagen (95 Tage, plus 6,7 Prozent), Fahrzeugen der Unteren Mittelklasse (98 Tage, plus 5,4 Prozent), Kompakt- und Minivans (98 Tage, plus 4,3 Prozent) sowie Fahrzeugen der Mittelklasse (99 Tage, plus 5,3 Prozent).

Deutlich länger warten Gebrauchtwagen der Oberen Mittelklasse (105 Tage, plus 1,9 Prozent), der Microklasse (107 Tage, plus 9,2 Prozent), Coupés (122 Tage, plus 5,2 Prozent) sowie Fahrzeuge der Luxusklasse (122 Tage, minus 3,9 Prozent) auf einen neuen Besitzer. Cabriolets und Roadster (123 Tage, plus 1,7 Prozent) stehen nach wie vor am längsten auf dem Hof.

Aufholjagd bei Neuwagen

Für den Neuwagenmarkt begann das dritte Quartal verhalten (Juli: minus 13,7 Prozent; August: minus 6,4 Prozent). Im September drehten laut Eurotax die Verkäufe erstmals seit Februar wieder ins Plus (plus 8,3 Prozent), wodurch sich das Minus seit Jahresbeginn auf 3,1 Prozent reduzierte. Insgesamt wurden von Januar bis September 232.183 Neuwagen (minus 7.410) verkauft. Eurotax Schweiz erhöht deshalb die Schätzung für das Gesamtjahr auf 315.000 Neuzulassungen, was im Vergleich zum Vorjahr einem leichten Minus von 2,5 Prozent entsprechen würde.

Erfreulich sei, dass sich insbesondere die Exportwirtschaft sowie der private Konsum seit Jahresbeginn deutlich besser entwickelten als erwartet. BAK Basel erhöht darum die Schweizer BIP-Prognosen für 2016 deutlich auf 1,6 Prozent (bisher: plus 1,0 Prozent) sowie auf 1,7 Prozent für 2017. In Kombination mit dem auf unabsehbare Frist tiefen Zinsniveau werde dies weiterhin positive Auswirkungen auch für den Kauf und das Leasing von neuen oder gebrauchten Personenwagen haben, hieß es.

"Die Konjunktur bleibt zwar anfällig für Rückschläge, was indirekt immer auch die Entwicklung im Schweizer Autogewerbe beeinträchtigt", sagte Urs Wernli, Zentralpräsident Auto Gewerbe Verband Schweiz (AGVS). "Unsere Mitglieder sind seit Jahren unter schwierigen Rahmenbedingungen unterwegs und können sich im anhaltenden Verdrängungswettkampf durch qualitativ hochstehende Beratung und Dienstleistungen behaupten." (se)


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