Donnerstag, 18.10.2018
11.04.2018
   
Dieselautos
 

Ein VW Amarok wird nachgerüstet.

Nachrüstkosten von bis zu 15 Milliarden Euro

Technische Nachrüstungen bei älteren Diesel-Fahrzeugen der Schadstoffklassen Euro 5 und 6 würden Berechnungen zufolge bis zu 15 Milliarden Euro kosten. Das geht aus Modellen der Deutschen Umwelthilfe sowie der Grünen-Bundestagsfraktion hervor. Insgesamt rund fünf Milliarden Euro würde die Nachrüstung von älteren Fahrzeugen mit der Abgasnorm Euro 5 kosten, wie Berechnungen der Grünen-Bundestagsfraktion ergaben. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) nimmt auch Autos mit der Norm Euro 6 in ihre Berechnungen auf: Die Nachrüstungen würden dann insgesamt 15 Milliarden Euro kosten. Zuvor hatte "Spiegel online" darüber berichtet.

Hardware-Nachrüstungen, also Umbauten an Motor oder Abgasanlage, sind umstritten. Die Autobranche lehnt sie als zu aufwendig und zu teuer ab. Aus Sicht etwa von Umweltverbänden reichen aber Software-Updates der Hersteller nicht aus, um die Schadstoff-Emissionen angemessen zu senken. In vielen Städten werden Schadstoff-Grenzwerte überschritten, Diesel-Fahrzeuge sind ein Hauptverursacher. Es drohen Diesel-Fahrverbote.

Die Grünen-Berechnung geht von rund 5,2 Millionen betroffenen Autos aus. Demnach wäre es nicht zielführend, alle Euro 5-Fahrzeuge technisch nachzurüsten. Bei rund zehn Jahre alten Wagen sei eine Aufrüstung mit einem SCR-Katalysator nur bedingt sinnvoll, wenn die Abmeldung in Deutschland zeitnah erfolgen dürfte. Zudem würden einige Halter in ländlichen Gebieten eine Nachrüstung ihres Fahrzeuges ablehnen, weil sie selten bis nie in die betroffenen Innenstädte fahren würden.

Daher kalkulieren die Grünen mit einer Umrüstungsquote von 80 Prozent sowie mit Nachrüstkosten in Höhe von 1.800 Euro pro Fahrzeug. Das würde bedeuten, dass auf Volkswagen als Marktführer rund 2,6 Milliarden Euro entfallen würden, auf BMW rund 660 Millionen Euro und auf Daimler rund 530 Millionen Euro. Ford müsste knapp 400 Millionen Euro ausgeben, Opel 310 Millionen. "Die Nachrüstkosten schränken in keiner Weise die Wettbewerbsfähigkeit ein, und schon gar nicht gefährden sie die Zukunft der Hersteller", sagte Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch sagte, es führe kein Weg an der technischen Nachrüstung der Bestandsflotte von rund zehn Millionen Diesel-Pkw der Abgasstufen Euro 5 und 6 vorbei. Kein einziger der in diesem Winterhalbjahr von der Umwelthilfe getesteten Diesel-Pkw habe bei Straßenmessungen den Abgasgrenzwert für Stickoxide eingehalten.

Merkel weiter skeptisch

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) äußerte sich am Mittwoch erneut skeptisch zu technischen Diesel-Nachrüstungen. Hardware-Nachrüstungen seien "kostenintensiv", sagte sie nach der Klausurtagung der großen Koalition in Schloss Meseberg. Die Bundesregierung werte derzeit noch verschiedene Gutachten zu Hardware-Nachrüstungen aus. Nutzen und Kosten müssten in einem vernünftigen Verhältnis stehen. Die Autobranche habe einen klaren Plan vorgelegt, Software-Updates bis Ende 2018 abzuschließen.

Merkel betonte zugleich, sie habe "klare Erwartungen" an die Autoindustrie. Es seien erkennbar "gravierende Fehler" gemacht worden, für die weder die Kunden noch die Steuerzahler gerade stehen könnten. Die Kanzerlin erklärte, ein weiterer "großer" Auto-Gipfel sei zunächst nicht geplant. Die Regierung wisse um die Bedeutung der deutschen Autobranche als Leitindustrie. Die Politik werde einen Beitrag zur Modernisierung leisten. (dpa)


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