Donnerstag, 15.11.2018
25.01.2018
   
DAT-Report 2018
 

2017 wechselten 1,4 Prozent weniger Autos den Besitzer

Dieselkrise erreicht Gebrauchtwagenmarkt

Von Bernd Röder, dpa

Die Dieselkrise macht sich auch auf dem deutschen Gebrauchtwagenmarkt bemerkbar. Preisdruck und sinkende Nachfrage sind die Belege dafür im jüngsten DAT-Report 2018, der am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde. So dramatisch wie bei fabrikneuen Autos ist der Nachfrage-Rückgang jedoch nicht. Stets zu Jahresbeginn nehmen die Marktbeobachter der Deutschen Automobil Treuhand (DAT), einem Unternehmen der Automobilwirtschaft, in ihrem Report das Kfz-Geschäft unter die Lupe.

Demnach ging die Zahl der Besitzumschreibungen bei Diesel-Pkw 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 2,7 Prozent auf 2,39 Millionen zurück. Bei Benzinern betrug das Minus nur ein Prozent. Noch deutlicher hat sich die Sorge um Fahrverbote für Diesel bei den Neuzulassungen niedergeschlagen: Die Diesel-Verkaufszahl brach um 13,2 Prozent ein. Spiegelbildlich legte die Zahl neuer Benziner auf deutschen Straßen um 13,8 Prozent zu.

In unterschiedliche Richtungen bewegten sich 2017 auch die Ausgaben für Neu- und Gebrauchtwagen. Der durchschnittliche Anschaffungspreis für Neuwagen überschritt im vergangenen Jahr erstmals die Marke von 30.000 Euro. Käufer legten 30.350 Euro pro Auto hin, das waren 700 Euro mehr als im Vorjahr.

GW-Umsatz schrumpft

Dagegen sanken die tatsächlich gezahlten Gebrauchtwagenpreise im Schnitt um 180 Euro auf 11.250 Euro. Weil auch etwas weniger Autos den Besitzer wechselten, schrumpfte der deutsche Gebrauchtwagenmarkt insgesamt um drei Prozent auf einen Gesamtumsatz von 82,1 Milliarden Euro. "Der DAT-Report fühlt unserer Branche gnadenlos den Puls", sagte DAT-Geschäftsführer Jens Nietzschmann.

Gemessen an der Zahl der Kaufverträge ist der Gebrauchtwagenmarkt bekanntlich mehr als doppelt so groß wie der für Neuwagen: Im vergangenen Jahr standen 3,44 Millionen Neuwagenkäufe 7,3 Millionen Besitzerwechseln von Altfahrzeugen gegenüber. Nimmt man den Wert als Maßstab, so hatten die Neuwagen die Nase vorn. Sie kamen auf 104,4 Milliarden Euro Gesamtumsatz (plus 2,4 Prozent).

Zu den Erkenntnissen des Reports gehört auch, "dass über die Hälfte der Käufer ihrer bisherigen Marke treu" seien, sagte DAT-Sprecher Martin Endlein. Markenhändler verkauften mittlerweile 51 Prozent aller Alt-Pkw, 17 Prozent gehen über freie Händler und 32 Prozent von privat an privat. Offensichtlich sind die Garantien, die Händler beim Verkauf geben, den Käufern die vergleichsweise hohen Preise wert.

Online first

Das Internet spielt inzwischen die überragende Rolle beim Kauf: 71 Prozent der Befragten sehen sich auf Online-Plattformen um, 26 Prozent nutzen Suchmaschinen und 22 Prozent gehen direkt auf Websites von Händlern.

Etwas besorgt sind die DAT-Autoexperten über die Antworten der Befragten zu alternativen Antrieben. Beim Umstieg von einem Verbrenner würden sich die meisten Interessierten inzwischen für einen Hybridmotor entscheiden. Das reine Elektroauto habe dagegen in den vergangenen zwei Jahren deutlich an Zustimmung verloren.


Der DAT-Report gilt als Standardwerk für die Autobranche. Seit 1974 bietet die kostenpflichtige Studie Jahr für Jahr einen umfassenden Überblick über das Geschäft mit Neu-, Gebrauchtwagen und Werkstattdienstleistungen in Deutschland. Die neue Ausgabe steht ab 26. Februar 2017 zur Verfügung. Weitere Infos unter www.dat.de/report

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