Mittwoch, 08.04.2020
23.03.2020
   
Corona-Krise
 

Das Betriebsergebnis wuchs 2019 noch um 13,3 Prozent auf drei Milliarden Euro.

VW-Finanzsparte blickt auf ungewisses Jahr

Nach dem guten Abschneiden 2019 blickt die Finanztochter von Volkswagen wegen der Corona-Pandemie auf ein ungewisses Jahr. "Das Coronavirus beeinflusst die Weltwirtschaft aktuell derart stark, dass die finanziellen Auswirkungen auf das Geschäft der Volkswagen-Finanzdienstleistungen (VWFS) derzeit nicht in Gänze absehbar sind", sagte Finanzchef Frank Fiedler am Montag. "Eine verlässliche Prognose ist daher aktuell unmöglich."

Das vergangene Jahr schloss VWFS erfolgreicher ab als 2018: Der Vertragsbestand wuchs um 5,9 Prozent auf 21,5 Millionen Stück, das Betriebsergebnis - auch dank des internen Sparkurses - um 13,3 Prozent auf drei Milliarden Euro. Die bevorstehenden Monate dürften jedoch deutlich schwieriger werden. VWFS hatte sich bereits auf eine Konjunkturschwäche in etlichen Ländern eingerichtet. Hinzu kommt nun die Viruskrise.

Volkswagen - mit den Töchtern Audi, Porsche und Skoda - sowie BMW und Daimler legten vor allem ihre europäischen Werke still. Der gesamten deutschen Wirtschaft droht eine Rezession, auch die VW-Finanztochter wird das zu spüren bekommen. "Wir prüfen die Bonität unserer Kunden sehr genau und sichern uns gegen Kreditausfälle ab", sagte Fiedler. Die bisher geringe Ausfallquote von unter 0,5 Prozent dürfte steigen.

Digitale Geschäftsmodelle gewinnen weiter an Bedeutung

Der Handel mit Gebrauchtwagen auch anderer Hersteller soll allerdings erweitert werden. Dazu startete die Internet-Plattform Heycar jüngst auch in Großbritannien. Vorstandschef Lars Henner Santelmann sagte, man könne den Bereich ausbauen: "Digitale Geschäftsmodelle werden durch die aktuelle Krise eher noch an Stellenwert gewinnen." VWFS beschäftigt sich auch mit Apps zur Parkplatzsuche für Lkw, Maut- und Spritabrechnung oder Abrechnungssystemen für das Laden von E-Autos.

Das Sparprogramm läuft unterdessen weiter. Ab 2025 sollen die Kosten um rund 1,3 Milliarden Euro pro Jahr sinken. Die Kernmannschaft soll laut Personalchefin Christiane Hesse bis dahin an Bord bleiben, rund 800 Stellen in Deutschland würden aber nicht neu besetzt. (dpa)


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