Samstag, 04.07.2020
09.06.2020
   
Autoscout24
 

Bei Autoscout24 kostete ein Gebrauchtwagen im Mai durchschnittlich 58 Euro weniger als noch im Vorjahr.

GW-Preise erstmals unter Vorjahreswert

Nachdem bereits im April 2020 die Gebrauchtwagenpreise leicht rückläufig waren, fielen sie laut AutoScout24-Gebrauchtwagen-Preis-Index (AGPI) im Mai 2020 erstmals seit langer Zeit unter den Wert des Vorjahres. Im Durchschnitt kostete ein gebrauchtes Auto in Deutschland 20.394 Euro und damit 58 Euro weniger als noch im Mai 2019. Die Nachfrage stieg über alle Segmente hinweg stark an, die Angebotszahlen gingen mehrheitlich geringfügig zurück. Am beliebtesten innerhalb der Fahrzeugsegmente waren SUVs und Vans. 

Die rückläufige Preisentwicklung spiegelt sich abermals in den Fahrzeugsegmenten wider. Alle Segmente gaben hier mehr oder weniger nach. Nur minimal betroffen war das Angebot zu SUVs bzw. Geländewagen: Hier sanken die Preise um durchschnittlich 0,96 Prozent auf 27.828 Euro. Ebenfalls nur geringfügig gesunken sind die Preise bei Sportwagen, die um 1,26 Prozent nachgaben. Etwas stärker betroffen waren Autos der Oberklasse mit einem Minus von 1,61 Prozent. Vans sanken im Vergleich zum April 2020 mit minus 1,63 Prozent. Etwas höhere Preiseinbußen mussten die Kleinwagen hinnehmen: Hier sanken die Durchschnittspreise auf 10.427 Euro und damit um 3,93 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Ähnlich sah es bei den übrigen Segmenten aus. Gebrauchte der oberen Mittelklasse, der Mittelklasse sowie Kompaktwagen kosteten zwischen 3,41 und 3,87 Prozent weniger als im April 2020. 

Nicht ganz eindeutig sah es bei den Alterssegmenten aus. Vor allem Jahreswagen und drei bis fünf Jahre alte Gebrauchte konnten ihre Durchschnittspreise mit 0,47 und 0,69 Prozent mehr sogar etwas steigern. Sämtliche übrigen Segmente mussten dafür Preisverluste hinnehmen, allen voran die mindestens 20 Jahre alten Youngtimer. Deren Preise gaben um 6,9 Prozent nach. Ebenfalls stärker von Preiseinbrüchen betroffen waren die zehn bis 20 Jahre alten Gebrauchten, die mit durchschnittlich 5.886 Euro um 2,35 Prozent nachgaben. Alle anderen Segmente gaben hingegen lediglich um weniger als ein Prozent nach. 

Der Nachfrage taten die niedrigen Preise keinen Abbruch – im Gegenteil. Innerhalb der Alterssegmente waren es insbesondere junge und bis 20 Jahre alte Gebrauchte, die mit einer Beliebtheitssteigerung von 37,47 bis 41,65 Prozent einen regelrechten Boom erlebten. Das Angebot bewegte sich hingegen nur geringfügig: Während es bei den ein bis drei und drei bis fünf Jahre alten Autos etwas rückläufig war (minus 2,12 bzw. 0,68 Prozent), stieg die Angebotsvielfalt bei den fünf bis zehn- und zehn- bis zwanzigjährigen Gebrauchten um 1,65 bzw. 5,39 Prozent an. 

Die Jahreswagen, deren Angebot dagegen um 12,24 Prozent zurückging, konnten ihre Beliebtheit im Vergleich zum Vormonat um 25,48 Prozent steigern. Die bislang sehr gefragten Young- und Oldtimer wurden um weitere 26,26 bzw. 10,62 Prozent stärker nachgefragt. Hier hielt auch das Angebot mit, das um 9,5 und 4,01 Prozent anstieg.

Angebotsvielfalt rückläufig

Bei den Fahrzeugsegmenten war derweil die Angebotsvielfalt insgesamt zwischen minus 0,92 (Sportwagen) und 2,71 Prozent (Kompaktklasse) rückläufig. Den Beliebtheitswerten schadete dies jedoch ebenso wenig. Sie stiegen bei gebrauchen Sportwagen und Oberklasseautos um zwölf respektive 16 Prozent. Autos der oberen Mittelklasse, der Mittelklasse und der Kompaktklasse konnten ihre Beliebtheit um 31, 34 und 38 Prozent steigern. Am gefragtesten waren mit plus 51 Prozent im Mai 2020 Vans bzw. Kleinbusse, dicht gefolgt von SUVs bzw. Geländewagen mit plus 47 Prozent und Kleinwagen mit plus 46 Prozent.

“Waren es im April vor allem die Oldtimer, die einen echten Nachfrageboom erlebten, so sind es im Mai Vans und Geländewagen gewesen”, kommentiert Jochen Kurz, Director Product bei Autoscout24. “Besonders Vans sind jetzt sehr gefragt, was möglicherweise auch daran liegen kann, dass sich die Menschen dieses Jahr eher auf Urlaub in Deutschland einstellen und Vans hierfür natürlich ideale Reisemobile sind.”


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