Montag, 30.11.2020
29.12.2015
   
Autoscout24

Gebrauchtwagen-Preise auf Allzeithoch

Trotz einer nur moderaten Steigerung im Dezember (plus 0,4 Prozent) erreichten die Gebrauchtwagen-Preise zum Jahresende ein Allzeithoch. Laut dem aktuellen Index AGPI von Autosout24 liegt der Durchschnittsbetrag bei 17.717 Euro (November: 17.644 Euro). Nach der Stagnation im Vorjahr ergibt das im Jahresvergleich ein Plus von 1,9 Prozent (Dezember 2014: 17.396 Euro). Der höhere Durchschnittspreis basiere auf dem gewachsenen Angebot – gerade bei den
jüngeren und teureren Fahrzeugen, so die Analyse. In den einzelnen Segmenten fielen die Preise.

"Das steigende Händlerangebot führte zu niedrigeren Preisen in den einzelnen Fahrzeugsegmenten. Käufer hatten deshalb vor Weihnachten noch mal die Chance sich günstiger einen Gebrauchtwagen zuzulegen", sagte Stephan Spaete, Senior Vice President Sales & Operations. "Im Oktober 2015 waren bis zu zwölf Monate junge Gebrauchtwagen am teuersten – ebenso die Ein- bis Dreijährigen und die Drei- bis Fünfjährigen. Im November erreichten ältere, also fünf- bis zehn Jahre und zehn bis 15 Jahre alte Gebrauchte, ihr Hoch."

Was sich im gestiegenen Durchschnittspreis nicht widerspiegelt: die Preise sind über alle Alterssegmente hinweg zum Jahresende hin wieder leicht gesunken. Damit bildeten 2015 die Monate Oktober und November die Periode mit den höchsten Preisen in den fünf Alterssegmenten. Der Dezember im Überblick: Bis zu zwölf Monate alte Gebrauchtwagen verloren preislich mit minus 1,5 Prozent am meisten (Durchschnittspreis: 25.867 Euro). Nur geringfügig besser erging es Gebrauchtwagen im Alter von ein- bis drei Jahren. Diese verloren mit 1,2 Prozent doppelt so viel wie im Vormonat und landeten zum Jahresende bei 23.933 Euro. Die drei- bis fünfjährigen Gebrauchten verloren 0,6 Prozent (18.407 Euro).

Preislich nur um jeweils 0,4 Prozent reduzierten sich ältere Fahrzeuge im Bereich von fünf- bis zehn (11.252 Euro) und zehn bis 15 Jahren (5.207 Euro). Als vorweihnach tlich preisstabil erwiesen sich hingegen die nicht separat ausgewiesenen, noch älteren Fahrzeuge: Gerade Oldtimer sorgen in der besinnlichen Zeit sowohl für entsprechende Nachfrage als auch für stabile, vereinzelt sogar für steigende Preise.

Angebotsentwicklung: Bestandsaufbau

Im Gegensatz zum Vormonat vermeldeten im Dezember nahezu alle Segmente mehr Fahrzeuge im Bestand. Dass bei bis zu einem Jahr alten Fahrzeugen zur Erreichung von vereinbarten Zielen im Bereich Eigen- bzw. Tageszulassungen ein Jahresendspurt stattfinden würde, war zu erwarten (plus 6,3 Prozent). Dass allerdings das Angebot der drei bis fünf Jahre alten Gebrauchten noch stärker anwachsen würde, weniger. Mit plus 7,6 Prozent führen sie die Angebotscharts im Dezember an. Ein bis Dreijährige landeten mit plus 1,9 Prozent auf dem dritten Platz vor den fünf bis zehn Jahre alten Gebrauchtwagen (plus 1,6 Prozent). Entgegen diesem Trend entwickelten sich die Zahlen im ältesten analysierten Segment. So wiesen die zehn bis 15 Jahre alten Fahrzeuge mit minus 0,9 Prozent zum Jahresende einen leichten Rückgang auf.

Nachfrageentwicklung uneinheitlich

Fast jedes Jahr vor Weihnachten verschiebt sich das Konsumverhalten der Verbraucher zum Fest hin Richtung verpackungsfreundlicherer Geschenke. Unter diesem Gesichtspunkt verwundert die teils gedämpfte Nachfrage im Dezember kaum. Den geringsten Zuspruch erfuhren trotz sinkender Preise Gebrauchte im Alter von zehn- bis 15 Jahren (minus 3,0 Prozent). Auch die Nachfrage bei den fünf- bis zehnjährigen (minus 1,5 Prozent) und ein- bis dreijährigen Fahrzeugen (minus 1,1 Prozent) fiel etwas geringer aus. Lediglich die beiden Segmente mit der stärksten Angebotssteigerung konnten für mehr Nachfrage sorgen. Die nochmals verstärkt angepriesenen "neuwertigen" Gebrauchten im Alter von bis zu zwölf Monaten (plus 4,6 Prozent) und Fahrzeuge im Alter von drei bis fünf Jahren (plus 1,6 Prozent). (AH)


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