Dienstag, 22.05.2012
20.04.2010
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Die Losung: „Wasser predigen – Wein saufen“, funktioniert eben nicht – auch nicht erst seit der TV-Serie „Stromberg“.

Verkaufen ist erlernbar

Aus GW-trends 2/2010

Von Dr. Martin Endlein und Sandra Enning

Herr Ebrahim, wenn Sie in Ihrer Tätigkeit als Coach für Führungskräfte erklären sollen, was eine gute Führungskraft ausmacht, was geben Sie als Antwort?

Thomas Ebrahim: Eine gute Führungskraft ist Vorbild für ihre Mitarbeiter. Sie ist wertschätzend, entscheidungsfreudig und berechenbar. Sie versteht es, über ihre persönliche Autorität die Mitarbeiter für Ideen und Ziele zu begeistern und eine vertrauensvolle Arbeitsatmosphäre zu schaffen. Kurzum: Sie „führt“.

Ein gerne herangezogenes Bild ist der Fisch, der vom Kopf her „zu stinken“ beginnt. Machen es sich Mitarbeiter zu leicht, indem sie die Fehler nur im Management suchen?

Thomas Ebrahim: Grundsätzlich gilt: Jede Führungskraft hat die Mitarbeiter, die sie verdient. Eine Führungskraft, die beispielsweise eigene Fehler nicht zugeben kann, wird wohl kaum einen professionellen Umgang mit Fehlern bei ihren Mitarbeitern erzeugen können. Oder wenn die Führungskraft häufig zu spät am Arbeitsplatz oder zu Meetings erscheint, dafür jedoch am lautesten schreit, wenn Termine nicht eingehalten werden, kann so keine positiven Signale an die Mitarbeiter senden. Sie hat ihre Vorbildfunktion diesbezüglich sträflich verletzt. Die Losung: „Wasser predigen – Wein saufen“, funktioniert eben nicht – auch nicht erst seit der TV-Serie „Stromberg“. Führung wird erst durch die Gefolgschaft, also die Mitarbeiter, legitimiert und kann nicht per Amtsauthorität „verordnet“ werden. Zumindest nicht dauerhaft. Die Konsequenzen sind in vielen Unternehmen erkennbar durch „innere Kündigung“, „Dienst nach Vorschrift“, krankheitsbedingte Fehltage, Burnouts bis zum offenen Boykott. Andererseits kann von jedem Mitarbeiter die Bereitschaft zu notwendigen Veränderungen oder Reformen erwartet werden.

Wir erleben gerade in vielen Großkonzernen, dass das Festhalten an herkömmlichen Arbeitsweisen oder Abläufen besonders stark ausgeprägt ist. Dies hat nicht selten zur Folge, dass die Wettbewerbsfähigkeit gefährdet ist. Eine gute Führungskraft muss in der Lage sein, aus Betroffenen Beteiligte zu machen, d.h. durch eine klare Kommunikationskultur, den Sinn und Nutzen von Veränderungsprozessen zu vermitteln, um so die Mitarbeiter „mit auf die Reise“ zu nehmen.

| Lesen Sie weiter auf Seite 2: Kundenorientierung und Verkaufen

 

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