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Interessanter Vorschlag
Opel-Händler überlegen Übernahme der Herstellers
Unter den rund 2.000 deutschen Opel-Händlern gibt es laut einem Bericht der „Automobilwoche“ Diskussionen über eine eigene Übernahme des Autobauers.
Dies sei tatsächlich ernsthaft diskutiert worden und auch nicht völlig unmöglich, berichtete der Geschäftsführer des großen Autohändlers Auto Staiger in Stuttgart, Paul Schäfer, der Branchenzeitung.
Am Vortag hatte bereits der Vorschlag des Solar-Konzerns SolarWorld für Aufsehen gesorgt, den traditionsreichen Autobauer übernehmen zu wollen. Allerdings gelten die von SolarWorld gestellten Bedingungen als so hoch, dass eine Übernahme als sehr unwahrscheinlich gilt.
Es gebe durchaus Händler, die entsprechende Investitionen aufbringen könnten, sagte Schäfer der Zeitung weiter. Ein solches Angebot sei auf der jüngsten Opel-Händlerversammlung diskutiert worden. Das Problem dabei sei, dass die Marke zu sehr im GM-Konzern eingebunden ist und zudem Opel keine eigene Bilanz offenlegt, sagte Schäfer.
So sei das Entwicklungszentrum in Rüsselsheim darauf ausgelegt, Fahrzeuge für den gesamten Konzern zu konzipieren. Zudem wäre durch einen Kauf noch nicht sichergestellt, wer die milliardenschweren Investitionen in künftige Produkte wie beispielsweise den neuen Astra aufbringe.
Auto-Experte Prof. Willi Dietz sieht das kritisch
Deutsche Staatshilfen können den Autobauer Opel nach Ansicht des Auto-Experten Willi Diez nicht retten. „Das ist eine Illusion. Opel kann nur gerettet werden, wenn der Mutterkonzern General Motors (GM) in den USA gerettet wird“, sagte Diez der Deutschen Presse-Agentur dpa am Donnerstag in Nürtingen. „Alles andere hilft Opel nicht langfristig.“
Der Rüsselsheimer Autobauer sei stark im System des Mutterkonzerns vernetzt, eine Trennung sei für beide Seiten keine gute Lösung. „Opel ist nicht groß genug, um alleine zu überleben“, sagte der Auto-Professor.
„Auch GM will nicht auf Opel verzichten, denn dann wäre das Unternehmen nur noch in den USA präsent. Das wäre in der derzeitigen Situation das Todesurteil.“ Für den ums Überleben kämpfenden US-Konzern sei derzeit keine schnelle Staatshilfe in Sicht, sagte Diez. „Ich glaube, das ist noch lange nicht gegessen.“ Die geplante Finanzspritze in Milliardenhöhe droht an politischen Streitigkeiten in Washington zu scheitern.
Zum Übernahmeplan des Solar-Konzerns SolarWorld, der Opel nach eigenen Angaben zu einem „grünen“ Autokonzern umbauen will, sagte Diez: „Das ist weit weg von der Realität.“ Dies gelte auch für die angeblichen Diskussionen unter den rund 2.000 deutschen Opel-Händlern über eine Übernahme des Autobauers. Schließlich müsste ein neuer Eigentümer nicht nur den Kaufpreis aufbringen, sondern auch sämtliche Investitionen übernehmen, sagte Diez. „Allein ein neues Modell kostet in der Entwicklung rund zwei Milliarden Euro.“ (Gespräch: Stefanie Baumer, dpa)
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