Mittwoch, 16.05.2012
27.02.2006
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Meyer's Autozentrum im fränkischen Gunzenhausen

Der Kundenbegeisterer

Weit über die Grenzen von Gunzenhausen hat sich der Automobilhändler Karl Meyer einen hohen Bekanntheitsgrad erworben. Er ist Inhaber des vor zwölf Jahren neu gebauten Drei-Marken-Autohauses und ein Querdenker mit Weitblick und Sachverstand.



Mit seiner unkonventionellen Art und seinem unternehmerischen Elan konzentriert er sich seit gut 30 Jahren auf das Gebrauchtwagengeschäft – ohne den Verkauf von Neuwagen zu vernachlässigen. Bei der Vermarktung der Fahrzeuge spiele es für ihn keine Rolle, ob ein Auto neu oder gebraucht sei. Der Kunde suche für sein Geld Qualität und möchte mobil sein. „Die Verarbeitungsqualität und Zuverlässigkeit sowie das Preisleistungsverhältnis der Fahrzeuge sind einfach Spitze“, schwärmt der Vertragshändler für die Produkte des Ford-Konzerns. Das Verkaufsverhältnis von 100 Neuwagen zu 500 Gebrauchtwagen lässt ahnen, welchen hohen Stellenwert das Gebrauchtwagengeschäft des Gunzenhausener Autozentrums besitzt. Die Erfolgsformel von Karl Meyer heißt Kundenbegeisterung, mit der er seine Mitarbeiter und Familie längst infiziert hat.



Seit Mitte der 70ger Jahre, „als die Gebrauchtwagenhändler noch wie Pferdehändler angeschaut wurden“, begeisterte er auch viele Geschäftspartner mit seinen Ideen. So verteilte er 5.000 Visitenkarten an Lkw-Fahrer. Von ihren Touren meldeten sie dem Gunzenhausener entdeckte Unfallschäden und hinterließen europaweit Karl Meyers „Spuren“. Zehn bis zwölf Unfallwagen kaufte er pro Woche hinzu und setzte die reparierten Fahrzeuge weit über die Grenzen von Gunzenhausen wieder ab. Geblieben sind die guten Kontakte und Geschäftsbeziehungen zu anderen Händlern und eine neue Idee: Deutschlands erste Autotauschzentrale. Karl Meyer tauscht Gebrauchtwagen nicht nur mit Händler-Kollegen. Auch Privatkunden sollen von der Tauschzentrale profitieren. „Wir tauschen Ihr gutes Fahrzeug gegen ein besseres!“, lautet die Offerte auf seiner Visitenkarte. Tauschgeschäfte haben einen Vorteil: Durch den Verkauf junger Dienstfahrzeuge und Leasingrückläufer fließen dem Autohaus Fahrzeuge aus dem Segment II zu. Diese fünf bis sieben Jahre alten Gebrauchten bereichern das Sortiment in der Kategorie der 5.000 bis 8.000 Euro Fahrzeuge und nicht zuletzt das Servicegeschäft. Denn jeder Gebrauchtwagenkunde ist auch ein potenzieller Werkstatt- und Teilekunde.



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Von seinen Händler-Kollegen kauft Karl Meyer heute noch hinzu. Allerdings sei es schwieriger geworden, die richtigen Fahrzeuge zu finden. Die alte Regel „Im Einkauf liegt der Gewinn“ hat für ihn aber dennoch nach wie vor Gültigkeit. Dabei ist nicht so sehr der Einkaufspreis das entscheidende Kriterium. Entscheidend ist die Attraktivität der zugekauften beziehungsweise hereingenommenen Produkte, mit denen er seine Kunden begeistern kann. Natürlich lässt sich nicht leugnen, dass auch Karl Meyer gewissen Hersteller-Zwängen unterliegt. Gemeint sind die geforderten, unangemessen hohen Inzahlungnahmen, die aus den Verkaufsförderungsaktionen des Herstellers resultieren. Doch zu Zwangseinkäufen, die Langsteher produzieren, sagt der Vertragshändler konsequent nein. „Ich habe keinen Hereinnahmedruck, weil ich keine 200 Neuwagen verkaufen muss. Selbstverständlich habe ich nichts gegen ein Wachstum im Neuwagengeschäft, doch nicht um jeden Preis“, erklärt Karl Meyer.

| Lesen Sie weiter auf Seite 2: Interview mit Karl Meyer

 

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