Donnerstag, 14.12.2017
30.11.2017
   
DAT
 

Mit gebrauchten Dieseln lässt sich kaum Geld machen.

Kaum Gewinn mit Dieselfahrzeugen

Immer mehr Autokäufer interessieren sich für alternative Antriebe fernab von Dieseln oder Benzinern. Das zeigt das aktuelle "Diesel-Barometer" der Deutschen Automobil Treuhand (DAT). Zumindest berichtet gut die Hälfte der befragten Händler von einem gestiegenen Interesse seitens der Kunden. Aber: In der Realität entfallen auch nach einem weiteren Monat mit Diskussionen um Diesel-Fahrverbote lediglich zwei bis drei Prozent aller Zulassungen auf Hybride oder Elektroautos.

Weiterhin beliebt ist der Ottomotor, der zwölf Prozent mehr Neuwagen antreibt als im Vorjahreszeitraum. Diesel-Neuzulassungen sanken um den gleichen Wert. Bei den Gebrauchten sind Benziner mit minus ein Prozent stabil, Diesel noch drei Prozent unter dem Vorjahreswert.

Auswirkungen haben die schwerer an den Mann zu bringenden Diesel vor allem auf die Geschäftsbücher der Händler: 84 Prozent von ihnen verkaufen gebrauchte Diesel mit höheren Abschlägen als bisher. Auf der anderen Seite kletterten die Preise für gebrauchte Benziner auf ein Rekordhoch. Im Schnitt sind dreijährige Otto-Fahrzeuge noch rund 57 Prozent vom damaligen Listenneupreis wert. (sp-x)

Die Ergebnisse des aktuellen Diesel-Barometers im Überblick:

Gebrauchte Diesel zu vermarkten ist schwieriger geworden

Die Analyse der Befragungen seit Mai 2017 zeigt, dass eine gestiegene Zahl an Händlern (von 34 Prozent auf 55 Prozent) ihre Diesel-Gebrauchtwagen je nach Alter und Zustand über andere Kanäle vermarktet. Bei 87 Prozent der Händler stehen gebrauchte Diesel länger. Dieser Wert lag im Mai noch bei 62 Prozent. Ein Diesel-Gebrauchtwagen kostet derzeit pro Tag und Fahrzeug im Schnitt 28 Euro. Ebenfalls mehr Händler (von 40 Prozent auf 58 Prozent) gaben zudem an, dass die Bestelldauer von neuen Benzinern zugenommen habe.

Verbrennungsmotoren weiterhin stark nachgefragt

53 Prozent der befragten Händler berichteten, dass in den Kundengesprächen das Interesse an alternativen Antrieben zwar gestiegen sei. Gekauft werden allerdings nach wie vor nahezu ausschließlich reine Verbrenner. Von den rund 2,8 Millionen Neuzulassungen seit Jahresbeginn entfallen 93.000 auf alternative Antriebsarten, das entspricht drei Prozent. Von den bislang rund 6,1 Millionen Besitzumschreibungen seit Anfang 2017 entfallen gut 105.000 auf alternative Antriebe. Das entspricht zwei Prozent.

Umweltprämien sorgen für steigendes Interesse an alternativen Antrieben

Im Vergleich zur letzten Händlerbefragung zeigt sich ein steigendes Interesse an mehr neuen Euro-6-Dieseln (plus fünf Prozentpunkte), ein steigendes Interesse an neuen Benzinern (plus 15 Prozentpunkte) und ein gestiegenes Interesse an neuen Pkw mit alternativen Antrieben (plus 14 Prozentpunkte). Nur noch 17 Prozent der Händler meldeten, dass die Umweltprämien keine Auswirkungen hätten.

Diesel-Gebrauchtwagenwerte rückläufig

Die Werte von dreijährigen Diesel-Gebrauchtwagen über alle Modelle und Marken erreichten im Oktober einen Wert von noch 53,9 Prozent des ehemaligen Listenneupreises. Damit ist der Rückgang weniger deutlich als noch im Sommer, allerdings liegen die Werte je nach Marke, Modell oder auch Fahrzeugsegment darunter oder darüber. Erfreulich ist die Entwicklung der gebrauchten Benziner.

Standtage von gebrauchten Diesel-Pkw auf hohem Niveau

Nach der 101-Tage-Marke im August stehen gebrauchte Diesel-Pkw im Oktober durchschnittlich 100 Tage, bis sie verkauft werden. Die Differenz zu den vergleichbaren Benzinern liegt bei 19. Sie kommen auf 81 Tage.

Strategien des Handels

Die große Mehrheit der Händler (84 Prozent) muss aufgrund der aktuellen Situation ihre gebrauchten Diesel mit höheren Abschlägen verkaufen und gleichzeitig auch die Inzahlungnahmen niedriger ansetzen. In diesem Zusammenhang berichteten nur 52 Prozent, dass sie bereits Rückstellungen für drohende Verluste gebildet haben. Immerhin 22 Prozent der im Großkundengeschäft tätigen Autohäsuer sprechen mit ihren Firmenkunden, um je nach Mobilitätsbedarf einen Teil der Diesel-Pkw in den Fuhrparks bei der nächsten Bestellung durch Benziner zu ersetzen.

Umweltprämie führt zum Teil zur Verschrottung von Pkw

Die von den Automobilherstellern initiierten Umweltprämien führen beim Handel dazu, dass mehr Pkw mit neuester Antriebstechnologie verkauft werden. Die dafür vom Handel in Zahlung genommenen Gebrauchtwagen werden etwa zur Hälfte weiterverkauft. 44 Prozent der Fahrzeuge werden verschrottet und damit dem Markt vollständig entzogen.


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